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Erinnern Sie sich noch an die zweite Porsche-Scene-Ausgabe des Jahrgangs 2003? Damals stellten wir Ihnen Thomas Naters mehrfarbigen 996 Carrera GT3 Clubsport vor. Wenige Tage nach dem Fotoshooting war der Wagen bereits nach Finnland verfrachtet worden. Dort hatte sich ein Nord-Mann an Gestaltungsrastern erwärmt, die hierzulande kontrovers diskutiert worden waren. Den Göttinger ließen die Belehrungsversuche kalt. Er legte sich den insgesamt zehnten Zuffenhauser zu, setzte abermals Akzente. Diesmal verwandelte sich ein 996-Cabriolet von 1999 in eine Facelift-Ausgabe.
"Der Reiz des Entstehens ist für mich der Kick! In einer Art Vorausvollzug spiele ich meine Projekte durch. Wenn alles fertig vor mir steht, verzieht der Glanz wieder. Das Thema ist dann erledigt!" Worte eines Mannes, der es binnen weniger Jahre auf zehn umgebaute Porsche brachte. Immer wieder hat er sie verkauft, um den nächstmöglichen zu realisieren. Wann damit Schluss sein wird, weiß Thomas Nater selbst nicht. Das Absolute könnte Nummer elf darstellen mehr dazu später. Zwischen neun und elf liegt bekanntlich zehn, im vorliegenden Fall ein 996 Carrera Cabriolet von 1999. Es entstammt einer Zeit, in der neue Märkte und florierende Aktiengeschäfte das wirtschaftliche Stimmungsbarometer beflügelten. Der gefürchtete Euro war noch weit entfernt, die Kaufbereitschaft groß. Das bemerkten auch die Verantwortlichen des Porsche Zentrums Hamburg.
Sie bestückten einen offenen Elfer mit so ziemlich allem, was die Ausstattungsliste zu bieten hatte. Potenziellen Kunden sollte aufgezeigt werden, was geht.
Davon profitierte Thomas Nater, als er Ende August 2002 als dritter Eigner in das unischwarze Gefährt einstieg. Den bisherigen 996 Carrera GT3 hatten die Hanseaten nach Finnland vermitteln können. Dort erwärmte sich ein Markenfreund am Spiel bunter Farben, das hierzulande Diskussionen entfachte. Dem Göttinger war es gelungen, zu polarisier en. Trends entstehen nicht durch das Schwimmen mit dem Strom basta! Derselbe Grundsatz gilt für die Frischluft-Ausgabe des wassergekühlten Elfers. Sie näherte sich schrittweise einer FaceliftVersion. "Turbolook" nennt das manch kommerzieller Tuner und hantiert mit Kompromissen. Nater ein Hang zur Akribie ist ihm

kaum abzusprechen ging anders vor. Er plante, probierte und verwarf zur Not auch wieder. Besonders in dem Moment, als es um die Anpassung des Stoßfängers nach aktueller Carrera-Cup-Bauweise an das übrige Umfeld ging. Neueste Carrera-Kotflügel wollten nicht so recht harmonieren. Einen fließenderen Übergang versprachen Turbo Varianten. Von ganz ähnlichen Erfahrungen berichtete auch der Düsseldorfer Roland Heidl bei der Darstellung eines Boxster-Derivates.
Immerhin war dem Rheinländer die Beschäftigung mit zeitgemäßer Bixenon-Technologie erspart geblieben. Thomas Nater hingegen setzte sich ihr aus und stolperte über folgenden Sachverhalt: "An der einen Seite befand sich ein Kompaktstecker, an der anderen ein nicht kompatibles Gegenstück. Ich fand heraus, dass sich der Vorauslieferant in Ingolstadt befand und gab eine entsprechende Anfrage ein. Tatsächlich schickte man mir das benötigte Teil. Es konnte also weitergehen!" Entwarnung war damit noch nicht gegeben. Die gesetzlich geforderte Scheinwerfer-Reinungsanlage gab genauso zum Nachdenken Anlass wie die Lage der Wasserkühler. Der Einsatz großer Räder galt als unverzichtbar. Doch bei Lenkeinschlag drohte Reifen oder gar Leitungen mordendes Schleifen. Die Konsequenz: ein Versetzen der Aggregate nach vorn. Darüber hinaus zu erwähnen: der Entlüfterrahmen am oberen Rand der Frontverkleidung. Ein Trick, der zusätzlichen Abtrieb erzeugt. So kommt Druck auf die vorderen Pneus. Obendrein sieht das Ganze sportlich-knackig aus.
Ein kleiner Ausgleich: Am Heck waren keinerlei Eingriffe vonnöten. Ein Stoßfänger ersetzte den bisherigen fertig. Für Thomas Nater Ansporn genug, viel Energie in die Räderbestückung zu investieren. Mit Artec fand er einen geeigneten Partner. Seine Forderung: Beide Außenschüsseln der selbstverständlich dreiteilig ausgelegten 19-Zöller sollten dieselbe Breite aufweisen drei Zoll jeweils! "Über die Kröpfung der Sterne lässt sich das egalisieren", weiß der TuningExperte, "zudem benötigte ich sämtliche Komponenten vorab. Die Sterne ließ ich lackieren, die Außenschüsseln polieren, die Verbindungsschrauben schließlich hart verchromen. Bei Artec in Herborn erfolgte die endgültige Montage". Dabei vergisst er nicht, wessen Nervenkostüm am meisten strapaziert worden war: "Bitte erwähnen Sie doch den Herrn Meister. Der ist aller Ehren würdig!" Was hiermit gern geschehen soll. Verlassen wir den südlichen Westerwald und

nehmen Kurs auf Lennestadt! Bei H&R veranlasste Christian Heine die Fertigung eines einzigartigen Fahrwerks. Abermals formulierte Thomas Nater genaue Vorstellungen: "Mir ging es um höhenverstellbare Federbeine, die auf dem untersten Gewindedrittel laufen". Er sollte sie erhalten, im Zuge dessen auch die Kolbenstangen kürzen können. Der Effekt: vorn 85 Millimeter Absenkung, hinten 75. Die Auswirkung auf beide Stabilisatoren: gekürzte Koppelstangen zur sicheren Anlenkung an die Karosserie.
Weniger Aufwand war beim Motor geboten, verfügte der gleich ab Werk über eine Leistungssteigerung auf 320 PS. Thomas Nater applizierte das Motronic-Steuergerät in seiner eigenen Tuningfirma AP Car Design. Auf diese Weise setzte er weitere 18 PS frei. Fehlte noch eine zünftige Auspuffanlage mit FVD-Endrohren und modifizierter Klappensteuerung in der Mittelkonsole. Grinst der Bauherr: "Nun kann ich drehzahlunabhängig zwischen den Modi 'ständig laut' und 'ständig leise' wählen. Das ist ein Spaß!" Ansonsten zeichnen Kohlefaser-Komponenten das Interieur aus. "Dieser Werkstoff fasziniert mich immer wieder", schwärmt der Enddreißiger und lässt Zukunftsmusik erklingen: "Wenn ich diesen schönen Heckflügel des 996 Carrera GT3-RS sehe, denke ich an ein sealgraues Gehäuse und ganz viel Rennsport-Flair!" Aha? Der Chronist erfährt, dass Naters Open-Air-Schönheit den nächsten Liebhaber gefunden hat. Es handelt sich um einen Fahrlehrer, der parallel ein restauriertes G-Modell sein Eigen nennt.
Geringe Halbwertzeiten zeichneten Autos aus der Universitätsstadt immer schon aus!
Den insgesamt elften Zuffenhausener veräußerte ein Grieche mit Frankfurter Wohnsitz und Freizeit-Problemen. Sein 2003 erst ausgelieferter GT3 war 3.000 Kilometer alt, als er ihn wieder abstieß! Thomas Nater kam, sah und kaufte. Der nächste Farben-Coup will ihm nicht aus dem Kopf gehen: "Ich habe da eine Idee, die sich in Klebefolie verwirklichen ließe. Schauen wir mal...
Text und Fotos:
Carsten Krome
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Tech-Facts
Typ: 996 Carrera 2 Cabriolet 1999 · Karosserie: Stahlblech, offenes Cabriolet, vorderer Stoßfänger Typ 996 Carrera GT3 Cup 2002, in den oberen Rand integrierter Entlüftungsrahmen, vordere Kotflügel Typ 996 Turbo, Original-Bixenon-Scheinwerfer, Adaption an vorhandene Bordelektronik, nachgerüstete Scheinwerfer-Reinigungsanlage, Grünkeil-Windschutzscheibe, Kotflügelkanten umgelegt, Kunststoff-Heckfenster im erneuerten Original-Verdeck, hinterer Stoßfänger Typ 996 Carrera MJ 2002, Originallackierung in Unischwarz, Klarlack-Versiegelung, Windschott · Motor: wassergekühlter Sechszylinder-Boxer, vier Ventile pro Zylinder, optimiertes elektronisches Motorsteuergerät Typ Bosch Motronic, K+N-Plattenluftfilter, Klappen-Abgasanlage, über Schalter in der Mittelkonsole gesteuert, FVD-Edelstahl-Auspuff-Endrohre · Hubraum: 3.387 ccm · Motorleistung: 340 PS · Kraftübertragung: Sechsgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb · Bremsanlage: in Rot ausgeführte Vierkolben-Monobloc-Festsättel, innenbelüftete, gelochte Scheiben · Fahrwerk: durch H&R speziell konfektioniertes Gewindefahrwerk, verkürzte Kolbenstangen, vorn 85 mm Absenkung, hinten 75, Original-Stabilisatoren, gekürzte Koppelstangen · Räder: Yokohama AVS Sport (235/35-ZR19 vorn und 265/35-ZR19 hinten) auf speziell konfektionierten, dreiteiligen Artec-Felgen (9J x 19 vorn und 11 J x 19 hinten), auf Hochglanz polierte, jeweils drei Zoll breite Außenbetten vorn und hinten, in Schwarz ausgeführte Sterne, hart verchromte Verbindungsschrauben, vorn Distanzringe jeweils 5 mm), hinten Zehnloch-Distanzscheiben (jeweils 18 mm) · Interieur: schwarze Werkslederausstattung, Kohlefaser-Einzelelemente, vollektrische Raffleder-Sitze einschließlich Memory-Funktion, Lordosen-Stützen links und rechts, Dreispeichen-Lederlenkrad, Bordcomputer, Tempomat, CD-Wechsler, Aktiv-Soundsystem · Gewicht: 1.370 kg · Höchstgeschwindigkeit: 295 km/h

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