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Das Hobby zum Beruf machen ein Traum, den wahrscheinlich jeder schon einmal geträumt hat! Für Thomas Nater aus Göttingen ist er Wirklichkeit geworden. In seiner Firma AP Car Design erfüllt der Enddreißiger Tuning­Wünsche anspruchsvoller Natur. Bester Beweis: das jüngste Projekt seiner kleinen, feinen Auto-Schmiede. In unzähligen Arbeitsstunden verwandelte er zusammen mit einem fünfköpfigen Team einen Audi A4 Avant in den Extrem-Sportler RS 4!

Beim Blick auf Thomas Naters Vergangenheit wird schnell klar: Die Verbundenheit dieses Mannes zur Autowelt ist kein Zufall! Vater Nater war Prokurist beim ortsansässigen Audiund VW-Händler. Da ist es wenig verwunderlich, dass der Junior früh damit begann, Hand an Käfer und Co. anzulegen. "Ein Käfer Cabrio war mein erstes Auto“, entsinnt er sich. "Es hat quasi den Grundstein gelegt!" Gemeint ist die optische und technische Revision der Produkte aus Wolfsburg. Daraus wurde schon bald mehr als ein Hobby. Der Göttinger beschloss, sich auf eigene Beine zu stellen, sich selbständig zu machen. Das war vor nunmehr fünfzehn Jahren.
Heute zählen zu den Referenzen des Tuners Projekte auf Basis von Audi, BMW, Porsche oder Volkswagen. "Wir sind grundsätzlich bestrebt, jeden Kundenwunsch bestmöglich zu erfüllen. Auf den Hersteller kommt es dabei nicht an, nur auf die einwandfreie Ausführung unserer Arbeiten“ betont Thomas Nater. Auf die Frage nach den Beweggründen für den radikalen Kombi-Umbau schwärmt er von den üppigen Formen des RS 4: "Ich hatte vor einiger Zeit selbst einen von vier lichtsilbernen deutschlandweit. Das war ein Traumwagen ein Familienauto mit ordentlich Dampf unter der Haube! Leider aber auch mit Fehlern. Die Technik machte enorme Probleme!“, erläutert er.




"Trotz allem habe ich viel Spaß damit gehabt. Nachdem ich ihn verkauft hatte, spielte ich des Öfteren mit dem Gedanken, erneut einen RS 4 anzuschaffen. Aus ökonomischen Gründen habe ich das aber gelassen." Die Formen des Bayern haben dem Niedersachsen dennoch keine Ruhe gelassen. Er entschloss sich, einen A4 Avant in allen Details auf RS-Optik umzurüsten!

Nach kurzer Suche fand sich das passende Objekt ein A4 Avant 1.9 TDI, Baujahr 1997. Er sollte die Basis für den Umbau sein. Das Projekt konnte beginnen. Besonderen Wert legte Thomas Nater beim Umbau auf die Qualität der Teile: "Alle von uns verbauten Komponenten stammen ausschließlich von Audi oder der Quattro GmbH!" Eine seiner Hauptquellen war ein Berliner Rückrüst-Zentrum. Dort werden ehemalige Testfahrzeuge verschiedener Hersteller entkernt und einzelne Teile wie Kotflügel oder Karosserieanbauten zum Verkauf angeboten. Alle vier Türen, die Seitenteile sowie eine Heckklappe konnte er sich in Berlin sichern. Das restliche Equipment entsprang anderen Quellen. Vorderer und hinterer Stoßfänger, beide Kotflügel und eine zweite Heckklappe gab es bei der Quattro GmbH. Die gesamte Inneneinrichtung gehörte zum Inventar eines verunfallten RS4. Bevor der zeitintensive Umbau beginnen konnte, erfolgte die Befreiung von Serienkleid und Innenausstattung. „Nachdem alle Altteile runter waren, weiteten wir zuerst die Kotflügel auf und bördelten sie“, verrät Thomas Nater. "Wir wussten ja schon vorab, welche Felgendimension montiert werden sollte. Diese Maßnahme half uns später, perfekte Spaltmaße zu realisieren." Dem folgten die hinteren Seitenteile, welche mit satten dreißig Arbeitsstunden zu Buche schlugen! Weniger aufwendig: die Einpassung von Türen, Seitenteilen und Stoßfängern. Eine Fusion der besonderen Art erlebten die bereits erwähnten zwei Heckklappen. Zwecks schmalerer Nummernschildbehausung 38 Zentimeter lediglich formte




man in Göttingen kurzerhand einen komplett neuen Deckel im US-Design. Am Vorderwagen führt eine kürzere Aufnahmeplatte am Stoßfänger diese Linie fort. Auch die Außenbeleuchtung veränderte sich im Zuge des Umbaus. Klarglas setzt an Front und Heck Akzente. Nach Abschluss der Karosseriearbeiten erhielt der Avant noch ein dezentes Cleaning: Türgriffe ohne Schloss rundum! Neue Fensterscheiben sowie eine nochmalige Lackierung in Lichtsilber beendete die erste Ausbaustufe. Die mehr als umfangreiche Renovierung des Innenraums konnte beginnen. Die Bestandteile der FrischzellenKur á la RS 4 im Überblick: schwarzer Fahrzeughimmel, gleichfarbige RecarolederBestuhlung vorn und hinten vorn elektrisch, allesamt beheizbar, Türinnenverkleidungen nebst elektrischen Fensterhebern vorn und hinten, Dekoreinlagen in Klavierlack-Optik, Untertürbeleuchtungen, schwarze Teppiche im Fahrgastund Gepäckraum, Navigationssystem "Plus" mit Bose-Lautsprechern und TV-Empfang, neue Mittelkonsole sowie ein 320 Millimeter-Sportlenkrad aus dem Hause Raid. Problematisch dabei: Die komplette Elektrik musste vom Modelljahr 1997 auf 2001 umgegestellt werden. "Dabei haben wir neben einigen Nerven auch gute 285 Meter Kabel verbraucht!" bilanziert Thomas Nater. "Das Resultat fällt jedoch mehr als zufriedenstellend aus. Alles funktioniert einwandfrei. Auch die Zentralverriegelung mit Fernbedienung, die wir bei der Gelegenheit direkt mit eingebaut haben. Der Audi-Klappschlüssel passte besser zum stimmigen Gesamtbild!"
Dem Umbau angemessenen Tiefgang erzielten Produkte von H&R. Das Gewindefahrwerk senkt die Karosse um ansehnliche 80 Millimeter vorn und 70 Millimeter hinten ab. Anstelle der Neunspeichen-Felge aus dem Quattro-Regal steht der Avant nun auf fulminant wirkenden Rial 19-Zoll-Rundlingen.




Das Modell Daytona, umringt von Dunlop SP 9000, garantiert ausreichenden Fahrbahnkontakt." Beim Einbau von Fahrwerk und Felgen war es hilfreich, dass wir die nötigen Karosseriearbeiten vorab erledigt hatten!" bekräftigt Thomas Nater seine Strategie. "So konnten wir auch in aller Ruhe die Innenkotflügel anfertigen, die ein gutes Stück an Länge zugelegt haben." Die Notwendigkeit dieser Verlängerung beeinflussten nicht zuletzt Distanzscheiben jeweils 15 Millimeter vorn und 20 Millimeter hinten!
Um den äußeren Ansprüchen eines Sportlers gerecht zu werden, durfte ein durchdachtes Fitnessprogramm für das Triebwerk nicht fehlen. Leistungsstärkere Einspritzdüsen aus dem VW-T5­TDI-Motor, ein K&N-Luftfilter sowie das geänderte Motormanagement entlocken dem Triebwerk 152 gemessene PS. "Bei dieser Gelegenheit erneuerten wir direkt sämtliche Verschleißteile“, ergänzt Thomas Nater. "Ob Motorlager, Bremsen oder Auspuffanlage, kein altes Teil blieb im Auto! Die Abgasführung stammt übrigens vom Audi A6 TDI. Ihre verchromten und abgerundeten Endrohre in zweimal 76 Millimeter passten am Besten zum Gesamtbild des Autos. Wahrscheinlich werden wir sie demnächst mit ins Programm aufnehmen, um Kunden mit Dieselfahrzeugen eine adäquate Alternative zu momentan angebotenen Anlagen zu bieten!" Das Resultat des fast vier Monate währenden Umbaus kann im Göttinger Audi-Zentrum bestaunt werden. Diesen Standort wählte Thomas Nater nicht ohne Grund: Der RS4TDI soll verkauft werden! Auf die Frage nach dem Warum sagt er: "Wir haben da zweifelsohne ein Super-Auto auf die Beine gestellt. Bei der Gelegenheit möchte ich mich bei der Firma Stefan Junghans in Göttingen bedanken, die für die Lackierung zuständig war. Ebenso wie bei meinen Mitarbeitern Holger Selaskowski und Gunter Bertram, die den Umbau betreut haben.




Der Grund für den Verkauf ist simpel. Mir macht die Individualisierung von Autos den größten Spaß. Sind sie fertig, steht mir der Sinn wieder nach neuen Projekten." Wir dürfen also auf weitere Glaubensbekenntnisse aus Göttingen gespannt sein!

Audi Scene Facts

Typ: A4 Avant 1.9 TDI 1997 · Karosserie: Stahlblech, geschlossener Kombi, RS 4-Karosserie-Teile: Kotflügel, hintere Seitenteile, Heckklappe, Seitenteile, Türen, Stoßfänger vorn und hinten. Modifizierte Innenkotflügel, Radlaufkanten umgelegt, neue Fensterscheiben, RS 4-Beleuchtungsanlage in Klarglas (vorn und hinten), Xenon-Technologie, Türgriffe ohne Schloss rundum, gekürzte Nummernschildaufnahmen vorn und hinten · Motor: Vierzylinder-Dieselmotor, Turboaufladung, Einspritzdüsen Typ VW T5 TDI, K&N-Luftfiltereinsatz, geändertes Motormanagement, Audi A6-Abgasanlage (Endrohre verchromt, 2x76 Millimeter) · Hubraum: 1.896 ccm · Motorleistung: 152 PS · Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb · Bremsanlage: Scheibenbremsen vorn und hinten, Scheiben vorn innenbelüftet · Fahrwerk: H&R-Gewindefahrwerk (80 Millimeter Absenkung vorn und 70 Millimeter hinten), Distanzscheiben (15 Millimeter vorn und 20 Millimeter hinten) · Räder: Dunlop SP 9000 (245/30 ZR19 vorn und 245/30 ZR19 hinten) auf Rial-Felgen Typ Daytona (10J x 19 ET30 vorn und 10J x 19 ET30 hinten) · Interieur: schwarzer Fahrzeughimmel, schwarze Recaro-Leder-Sitze, vorn und hinten beheizbar, vorne elektrisch, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Dekoreinlagen in Klavierlack-Optik, Untertürbeleuchtungen, schwarze Teppiche im Fahrgastund Gepäckraum, Navigationssystem "Plus" mit Bose-Lautsprechern und TV-Empfang, neue Mittelkonsole, Raid-320-Millimeter Sportlenkrad · Höchstgeschwindigkeit: ca 220 km/h



Text: Marc Timmer, Fotos: Carsten Krome
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